Das Zusammenkommen der Stämme

 

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Das Zusammenkommen der Stämme

sat-sangatve nissangatvam, nissangatve nirmohatvam, nirmohatve nishcala-tattvam, nishcala-tattve jivanmuktih, bhaja govindam, bhaja govindam, bhaja govindam mudha-mate

Gute und tugendhafte Gesellschaft führt zu Nicht-Anhaftung. Aus Nicht-Anhaftung entspringt die Befreiung von Verwirrung. Befreit von Verwirrung fühlt man die unveränderliche Realität. Die Erfahrung der unverän-derlichen Realität führt zur Befreiung in diesem Leben. ICH – BIN ist der Ozean des Bewusstseins. Mit diesem Bewusstsein fühlt man: „Ich bin nicht der Körper oder Geist, obwohl ich einen Körper und einen Geist habe“. Erkenne Govinda, erkenne Govinda, erkenne Govinda in deinem Herzen, oh du Weiser.

Interpretation und Übersetzung von Shri Brahmananda Sarasvati

Satsang wird meistens als das Zusammensein von Gleichgesinnten auf der Suche nach der Wahrheit definiert. Wenn das gemeinsame Interesse eines Stammes die Suche nach der Wahrheit ist, dann ist das Satsang. Der weltumspannende Jivamukti Yoga Satsang ist also ein Stamm.

Leid ist das Resultat von Anhaftung, die auf schlechter Gesellschaft und der Verkennung der wahren Natur der Realität fußt; das führt zu einer Suche nach einer Unterhaltung und Befriedigung der Sinne, um die immer größer werdende Traurigkeit zu vermeiden. Gute Beziehungen führen zur Befreiung von schlechten Beziehungen. Wenn wir die Unterstützung und das Gemeinschaftsgefühl guter Beziehungen erleben, erleben wir Befreiung von einem Leben voller Verwirrungen und Verkennungen. Wir hören auf, die Welt misszuverstehen und fangen an, die subtile und wahre Natur der Welt auf einem feinstofflichen Level wahrzunehmen. Dieser Prozess führt zu jivanmuktih, dem Zustand vollkommener Befreiung von Leid.

Gemeinsam sind wir auf einer Visionssuche nach einer Welt, auf der Frieden und Harmonie unter und zwischen allen Stämmen besteht – Waldstämme, Wasserstämme, Luftstämme, Wüstenstämme, Stämme von Tier-, Fisch-, Vogel-, Berg-, Tal- und sogar Stadtwesen. Wir senden einen Trommelwirbel in die Welt für das Stammestreffen 2018 (Jivamukti Yoga Tribe Gathering – http://tribe.nyc/ ) auf das wir uns alle schon sehr freuen. Wir freuen uns, weil so viele von euch aus aller Welt nach New York City kommen werden und wir gemeinsam die gegenseitige Unterstützung und die schönen Seiten unseres wunderbaren internationalen Satsangs erleben können. Viele von euch erzählen mir, dass ihr euch isoliert in eurer kleinen Ecke der Welt fühlt. Nun, auch wir fühlen uns selbst in New York City manchmal isoliert. Es gibt wirklich nichts einsameres und isolierenderes als sich in mitten schlechter Gesellschaft zu befinden. Wenn du die Unterstützung anderer spürst, kannst du die Veränderung sein, die du gerne in der Welt sehen würdest.

Das Erleben eines Stammes ist universell. Alle heutigen Kulturen entsprangen vor langer Zeit aus verschiedensten Stämmen. Diese Stämme gab es schon lange vor der Gründung von Nationen und basierten auf der Idee von Zusammenarbeit, um voran zu kommen und sich zu entwickeln. Wir lernten, Stämme zu gründen, indem wir Bisonherden, Vogel- und Fischschwärme beobachteten. Wir gründeten Stämme, um Leid zu verringern… und es hat geklappt! Wir alle üben Yoga, um Leid zu verringern…und es klappt! Die Bedeutung des Wortes „Stamm“ hat sich im Laufe der Zeit oft verändert. Während der Zeit der Kolonialisierung wurde es sogar zu einem verachtungsvollen Wort. Die eigentliche Wortherkunft bezieht sich wahrscheinlich auf das lateinische „tribus“ und das alt-französische „tribu“ und bezieht sich auf die drei Stämme des antiken Roms, aus denen 240 v. Chr. 35 Stämme wurden. Vielleicht siehst du Parallelen mit den 12 Stämmen Israels oder den nordischen Stämmen der Wikinger oder der Germanen des eisernen Zeitalters. Zählst du dich selbst zu den Stämmen der Native Americans oder First Nations? Oder zu den Massai, Himba oder Zulu? Es gibt zu viele Stämme, um sie alle aufzuzählen. Das Wichtige ist, dass wir verstehen, dass unsere gemeinsame Verwandtschaft in sozialen Gruppen liegt, die unabhängig von Staaten und Nationen existieren und meist vollkommen unabhängig sind. Wenn wir das verstehen, dann können wir anfangen, alle Stämme zu einem modernen Stamm der Verschiedenartigkeit und des Mitgefühls zusammenzuführen.

„In seiner Studie „The Notion of the Tribe“ von 1975, nennt der Anthropologe Morton H. Fried viele Beispiele moderner Stämme, deren Mitglieder zum Teil verschiedene Sprachen sprachen und unterschiedlichen Ritualen nachgingen oder die Sprachen und Rituale mit Mitgliedern anderer Stämme teilten. Er kam zu dem Schluss, dass Stämme im allgemeinen durch fließende Grenzen und Verschiedenartigkeit gekennzeichnet sind und dass sie wandelbar und nicht engstirnig sind.“ (WIKIPEDIA) Moderne Stämme unterscheiden sich eindeutig vom Mainstream und dem dominierenden Teil der Gesellschaft. Jivamukti ist ein moderner veganer Stamm von Wahrheitssuchenden, die zusammenkommen um Satsang zu erleben und die Ermächtigung fühlen andere von Leid zu befreien – und um Geschichte zu schreiben.
Original: David Life (Co – Founder of the Jivamukti Yoga Method)
Übersetzung ins Deutsche: Moritz Ulrich
Peace Yoga Berlin – Jivamukti Yoga School